Hautnah - was leistet Ihre Haut und was Sie darüber wissen sollten

Wir alle möchten strahlend und jung aussehen. Zu unserer Vorstellung von strahlend und jung gehören keine gescwollenen Augen, schon gar nicht die Augenringe. Die kleine Anzeichen davon, dass wir in unserem Leben gelacht, geweint und andere Emotionen geäußert haben, erlauben wir uns in Form der Mimikfältchen erst ab 30. Lebensjahr. Und unsere Hände sollen keine Spur davon tragen, dass es ein Leben ohne Wasch- und Geschirspühlmaschine auch gibt und die Böden sich nicht von alleine wischen. 

 

Wir vergessen, welches Essen uns gut tut und wie stark sich die Umwelt seit der Zeit unserer Großmütter verändert hat. Unsere Arbeitsräume und Einkaufszentren sind klimatisiert. Und im Urlaub versuchen wir in zwei Wochen die Bräune für das ganze Jahr zu bekommen, was meist nur mit den schmerzhaften Sonnenbränden endet. 

 

Wir schlafen zu wenig, sind zu wenig an der frischen Luft, trinken zu wenig Wasser und zu viel Kaffe...

 

Dabei vergessen wir, was für Herausforderungen unsere Haut in diesen Umständen hat. Hier ist eine Geschichte für Sie, die ein anderes Licht darauf wirft, was die Haut für uns leistet und was wir tun können, um ihr zu helfen.

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

Gestatten, mein Name ist Haut,

vier Buchstaben nur, aber das sollte kein Grund sein, mich zu unterschätzen. Ich bin nicht nur Ihre Verpackung, Ihre Hülle, ich bin mehr! Ich bin Ihr größtes Organ. Ich bringe 10 Kilo auf die Waage, und wenn Sie mich abziehen und messen könnten, kämen Sie auf zwei Quadratmeter!

In einem winzigen Quadratzentimeter von mir sitzen 100 Blutgefäße. Alles ist klug entwickelt – denn Wärme, Wasser, Sauerstoff sollen ja von oben nach unten und von unten nach oben zirkulieren. Mit vier Millionen Sinneszellen nehme ich Berührung, Druck, Kälte, Wärme und Schmerz wahr. Meine Zellen sind der direkte Draht zu Ihrer Seele.

Oft erlebe ich, dass Sie mich nicht ernst nehmen. Sie behandeln mich, als sei ich wirklich nur die Verpackung die Sie zusammenhält. Das finde ich immer ein bisschen unfair, denn schließlich schütze ich Ihr Inneres vor der Außenwelt, vor Fremdkörpern, Krankheitserregern und Umweltgiften. Ich reguliere Ihre Körpertemperatur, ich bin das Barometer Ihres Wohlbefindens.

Ein Blick in den Spiegel, und ich signalisiere Ihnen, wie es mir geht! Ich werde gelb, wenn Ihre Leber nicht ordentlich arbeitet, ich sehe aus wie eine graue Maus, wenn Ihr Magen streikt, verräterisches Rot zeige ich bei allzu hohem Blutdruck. Ihnen geht es gut, wenn ich knackig aussehe. Und unter knackig verstehe ich hauchzart-rosa.

Haben Sie mich schon einmal indiskret erlebt? Ich kann der Umwelt verraten ob Sie verliebt sind. Ob Sie in Angst, gar in Panik sind, oder ob Sie gerade einmal nicht die Wahrheit sagen...! Verteufeln Sie mich manchmal, wenn ich wieder Gänsehaut auflege? Nun, diese Reaktionen von mir hängen mit dem vegetativen Nervensystem zusammen. Das sind die Nervenbahnen, die auch den Herzschlag oder den Darm steuern, und die man nicht willentlich beeinflussen kann. Bei Ärger und Stress erweitern sich durch diese Nerven die Blutgefäße Ihrer Haut. Ich laufe rot an und wenn Sie sich erschrecken, weicht alles Blut aus mir heraus und sammelt sich in der Körpermitte!

Kein Wunder also, dass Sie, pardon ich, blass vor Schreck geworden bin...! Ich bin eben ein Sinnesorgan, das nicht nur einfacher Speicher für Zucker, Fett und Mineralien ist. Ich bin ein Sinnesorgan, das alle Reize an das Nervensystem weiterleitet. Ich kann gut verstehen, wenn Sie mich ein unsensibles Geschöpf nennen, zwei launische Quadratmeter. Liebeskummer und Jobstress gehen mir im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut, und ich reagiere mit Pickeln oder roten Flecken. Beleidigt kann ich auch sein.... . Sie sehen es am Herpes.

Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen – ich bin ein Spiegel Ihrer Seele. Also verwöhnen Sie mich! Streicheln Sie mich, seien Sie zärtlich zu mir und ich werde mich so zeigen, wie Sie mich am liebsten haben. Hauchzart-rosa und..... glatt!